Interview with Gerda Gentner

Title

Interview with Gerda Gentner

Description

Gerda Gentner (b. 1934) recalls the first bombing of Dresden on 7 October 1944. Gerda describes how she unsuccessfully tried to persuade a young boy to take shelter with her in the basement and reminisces her feeling when she knew that he had died as result of his determination not to abandon his grandmother. Recollects the explosion of a bomb which shattered the house and describes how she and his mother emerged in city changed beyond recognition, still wrapped in bath robes used to protect from dust. Emphasises the coincidence of her granddaughter being born the same day.

Publisher

IBCC Digital Archive
Memoro. Die Bank der Erinnerungen

Contributor

Peter Schulze

Rights

This content has been originally published on Memoro – Die Bank der Erinnerungen, which has kindly granted the International Bomber Command Centre Digital Archive a royalty-free permission to publish it as an audio track. To see it in its original video form and read the terms and conditions of use, please visit www.memoro.org and then click on the link to the German section. Please note that it was recorded by a third-party organisation which used technical specifications and operational protocols that may differ from those used by International Bomber Command Centre Digital Archive. It has been published here ‘as is’ and may contain inaccuracies or culturally inappropriate references that do not necessarily reflect the official policy or position of the University of Lincoln or the International Bomber Command Centre.

Format

00:03:08 audio recording

Language

Type

Identifier

Memoro#14947

Coverage

Spatial Coverage

Temporal Coverage

Transcription

Am 7, am 7. Oktober wurde ja Dresden ‘s erste Mal bombardiert, und ich hatte eigenartige Weise an dem Tag irgendwie Angst und meine Mutti sagte “ach ich schäle jetzt noch Kartoffeln weil wenn Vollalarm, nach’m Vollalarm können wir ja wieder hoch”. Und ich ging da mit meinem Bruder runter und traf unten einen Jungen aus unserem Haus, der genauso alt war wie ich, also zehn Jahre, und sagte, “Du geh doch bitte mit in Keller, ich hab heute irgendwie so Angst”, und da sagte er “nein das darf ich nicht, ich muss zu meiner Oma und zu meinem kleinen Baby Schwesterchen” und ich hab wirklich gekämpf, wie um sein Leben, “bitte geh doch mit und so weiter, dann lass Dich halt mal von Deiner Oma schimpfen, aber Du gehst jetzt mit”, “nein, ich darf des nicht”. Und der Junge ist dann leider auch ums Leben gekommen, weil er hinterher mir dann Vorwürfe gemacht hat, hätte ich ihn mir dort fester angehalten. Als dann dieser fürchterliche Brand, ne Sprengbombe war’s, in die vierstöckingen Haüser runterkam, war erstensmal ein fürcherlicher Staub, trotzdem kam Staub rein, und dann hiess es, also über den Schutthaufen können wir nicht gehen, vor allem nicht wir Kinder, da gab’s Durch, einen Durchbruch, aus Ziegelsteinen nehme ich an, und da war, war daneben gestanden eine Riesen Wanne, das musste immer der Schutz, dass musste der Schutzwart musste immer hinstellen mit frischem Wasser, und Hacken [?] und Beile zum durchschlagen, und wir mussten auch alle immer ein [sic] Bademantel dabei haben, oder ein Handtuch, damit wir dann den Staub weghalten konnten von unserer [sic] Mund und Nase. Und dann sind wir durch den Durchbruch, es war also ganz komisches Gefühl, in ‘ne fremdes Haus und dann noch einmal durch in Durchbruch und dann kam man auf eine ganz anderen Strassenseite, kam man dann raus und wir liefen dann nach Dresden Neustadt und meine Mutti hatte den Bademantel an und ich hab mich geschämt und sagte “zieh doch den Mantel aus, was sollen den die Leute denken am, am, am Sonnabend Mittags mit Bademantel” und meine Mutti sagte “ist mir alles gleich, Hauptsache weg, Hauptsache weg von Dresden”. Und, und ganz eigenartig ist, was ich auch noch manchmal überleg, meine Enkelin, die ist auch am 7. Oktober geboren, 1990, und da dachte ich mir, eigentlich, wenn’s, wenn’s nach meiner Mutti gegangen wär, waren wir ja gar nicht in Keller, wäre ich eigentlich auch da gestorben, am 7. Oktober. Und da haben wir eben erst vor kurzem wieder debattiert, eigenartig, 7. Oktober.

Citation

Nikolai C C Schulz, “Interview with Gerda Gentner,” IBCC Digital Archive, accessed July 15, 2019, https://ibccdigitalarchive.lincoln.ac.uk/omeka/collections/document/46.

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