Wie Viele Sind Hier Aufmarschiert? (How many are deployed here?)

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Title

Wie Viele Sind Hier Aufmarschiert? (How many are deployed here?)

Description

Propaganda leaflet aimed at the German speaking population pointing out that many more casualties occurred on the Eastern Front than Hitler declared. It asks how many more will die and says the answer lies with the German people.

Publisher

IBCC Digital Archive

Contributor

Frances, Grundy

Rights

This content is available under a CC BY-NC 4.0 International license (Creative Commons Attribution-NonCommercial 4.0). It has been published ‘as is’ and may contain inaccuracies or culturally inappropriate references that do not necessarily reflect the official policy or position of the University of Lincoln or the International Bomber Command Centre. For more information, visit https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ and https://ibccdigitalarchive.lincoln.ac.uk/omeka/legal.

Format

Two sides of a printed sheet

Language

Type

Identifier

SCavalierRG1264567v10004-0001, SCavalierRG1264567v10004-0002

Coverage

Transcription

Frage: Wie viele sind hier aufmarschiert? [underlined] Antwort: [/underlined] 330 000 Mann
Seit dem 11. Dezember hat Hitler nichts mehr über die deutschen Verluste in Russland gesagt. An diesem Tag sprach er von den Verlusten in der Zeit vom 22. Juni bis zum 30. November. 162 000 deutsche Soldaten seien in diesen 162 Tagen gefallen, behauptete er. Diese Zahl war eine Lüge – genau wie die von Hitler nach dem Polenfeldzug genannte Verlustziffer. Damals gab er die deutschen Gesamtverluste bereits am, 6. Oktober 1939 bekannt, 18 Tage nach Abschluss des Feldzugs. Vier Monate später erschien in den nur für den Dienstgebrauch bestimmten „ Allgemeinen Heeresmitteilungen “ der nachstehend wiedergegebene Erlass des O K H:
[insert: newspaper cutting printed in German script and ringed in red pen]
161 Verlustmeldung
Es ist festgestellt worden, dass eine große Anzahl von Einheiten trotz des Befehls zu beschleunigter Meldung (siehe H. B. Bl. 1939 Teil Nr. 1091) ihre bis in die ersten Septembertage zurückreichenden Verluste erst Mitte Januar, also nach 4 Monaten, an die Wehrmachtaustsfunststelle für Kriegerverluste und Kriegsgefangene gemeldet haben.
Hierdurch ergeben sich schwerwiegende Nachteile für die Ungehörigen der Gefallen, weil
1. die Ausfunstserteilung (z. B. über Grablage usw.),
2. die Ausstellung von Sterbeurkunden,
3. die Nachlassregelung,
4. Testamentsaushändigung usw.
außerordentlich verzögert werden.
Samtlichte Einheiten sind nochmals ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass eingetretene Verluste der Wehrmachtaustsfunststelle zu melden sind.
Sollten auch jetzt noch Einheiten mit Verlustmeldungen aus dem Polenfeldzug sein, so sind diese bis 1 März der Wehrmachtausfunststelle einzureichen.
(Ch H Rüst u. BdE), 1.2.40 Wehrmachtaustsfunststelle
- 1350/40 – AHA/Ag/H (V).
162. Abzeichen de Deutschen Lebensrettungsgesellschaft
[/end of insert]

Die Gesamtverluste des Polenfeldzugs waren also der deutschen Heeresleitung Mitte Januar 1940 noch nicht bekannt. Der Erlass erklärt, warum, anders als 1914-18, Einzelverlustlisten nicht veröf [indecipherable characters] licht werden dürfen: weil nämlich dann jeder Deutsche sich mit eigenen Augen überzeugen könnte, wie Hitler lügt.
So war es nach dem polnischen Feldzug, der mit 40 Divisionen gegen einen an Zahl und Ausrüstung weit schwächeren Feind geführt und in 18 Tagen siegreich beendet worden war. Schon damals, als alles über Erwarten gut ging, hat Hitler dem deutschen Volk gefälschte Zahlen vorgesetzt. Heute spricht er schon seit Monaten überhaupt nicht mehr von den eigenen Verlusten. Kein Wort von den in schweren Abwehrkämpfen Gefallenen, von den Verwundeten, die in der Kälte [indecipherable characters]gen blieben und erstarrten, von den Krüppeln, denen die erfrorenen Gliedmassen amputiert werden mussten. Lest doch die Schilderungen der P.K.-Berichte! Von allem wird darin gesprochen, von der Kälte, vom Hunger, von der Überlegenheit des Gegners, von seinen rücksichtslosen Angriffen, vom Heldentum der deutschen Soldaten, nur nicht von den Toten. Die dürfen nicht erwähnt werden, weder bei der Beschreibung der Abwehrschlachten noch bei der Vorschau auf Hitlers Frühjahrsoffensive.
Warum werden jetzt die Facharbeiter aus den Fabriken geholt und die älteren Jahrgänge und die Familienväter über 40? Nur um Hitlers 162 000 Gefallene zu ersetzen?
Und nun seht euch nochmals das Bild auf der Rückseite an! Ihr seht dort 330 000 Männer Aufmarschiert. Nach den vorsichtigsten Schätzungen ist die Zahl der deutschen Gefallenen allein mindestens viermal so gross.
Hitler sagt: Ganz Europa arbeitet, um Waffen für das deutsche Heer zu liefern, Geschütze, Panzer und Flugzeuge. Aber eines vermag auch Hitler nicht zu erzwingen: dass nämlich französische und belgische und andre fremde Mutter deutsche Soldaten liefern. Panzer kann man ersetzen, Menschen nicht. Hitler versprach dem deutschen Volk den Blitzsieg im Osten – und verdammte es zu langsamem Verbluten. Jede Meile in der russischen Steppe, ob im Vormarsch oder Rückzug, bringt dieses Ende naher.
[underlined] FRAGE: {/underlined]
Wie viele werden noch in den Tod marschieren?
Die [underlined] ANTWORT [/underlined] liegt bei Euch
[page break]
[Photo of Nazi Party rally with the title]
Standartenweihe im Luitpoldhain 1933

Citation

“Wie Viele Sind Hier Aufmarschiert? (How many are deployed here?),” IBCC Digital Archive, accessed March 28, 2020, https://ibccdigitalarchive.lincoln.ac.uk/omeka/collections/document/6120.

Item Relations

This Item dcterms:relation Item: Frage: wie viele sind hier aufmarschiert? Antwort: 330000 Mann
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